Bernhard SCHLINK (geboren 1944)
Als Sohn eines Theologieprofessors verbrachte Bernhard SCHLINK seine Kindheit und Jugend in Heidelberg. Dort, aber auch in Berlin, Freiburg im Breisgau und in Stanford (Kalifornien) studierte er Jura und wurde Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie. Diesen Beruf hat er an der Universität Humboldt in Berlin bis 2009 ausgeübt. Schlink ist also ein international anerkannter Jurist.
Als Schriftsteller startete Schlink Ende der 1980er Jahre mit Kriminalromanen, die den Privatdetektiven Gerhard Selb in seinen Fällen begleiten.
Internationaler Bestseller wurde 1995 Schlinks erster Nicht-Kriminalroman, Der Vorleser (Le Liseur).
In diesem Roman kommt der Erzähler, der Anwalt Michael Berg, auf seine Jugendliebe Hanna zurück, die er Ende der 1950er Jahre liebte, die aber Mitte der 1960er bei einem Naziprozess in Deutschland als Wärterin eines KZs verurteilt wird.
Schlinks Bücher behandeln die Themen Recht und Gerechtigkeit. So erweist sich etwa in den Selb-Romanen das Gesetz als ein unpassendes Instrument für die Herstellung von Gerechtigkeit zurückliegender Taten. Auch in Der Vorleser stellt sich die Frage, wie über Taten, die unter einem anderen Rechtssystem begangen wurden, zu urteilen ist. Dabei bleibt das Buch in seiner Position offen, was ihm auch Kritik eingebracht hat.
Befragt nach der Motivation seiner Schriftstellertätigkeit, antwortete Schlink in einem Interview: „Ich schreibe aus demselben Grund, aus dem andere lesen: Man will nicht nur ein Leben leben.“
Schlink ist Mitglied der SPD und lebt heute zwischen New-York und Berlin.
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Flucht der letzten US-Bürger aus Saigon nach dem Vietnam-Krieg (1975)